Hinter dem Geschriebenen

Transkription eines Assoziationsversuches übers Schreiben: Schreiben, ….. (Pause) In der letzten Zeit habe ich sehr viel über das Thema schreiben nachgedacht und zur Verleihung des Litaraturnobelpreises an Peter Handke (ohne etwas von ihm gelesen zu haben) kommt dieses Thema wieder etwas mehr in meine eigenen Gedanken und in den letzten Tagen und in Interviews und Berichten, bin ich auf ein Parallele zum eigenen Schreiben gestoßen. Ohne mir etwas anmaßen zu wollen oder mich zu vergleichen. Es ging um Wahrnehmung und den Versuch eines Schreibers, seine eigene Weltwahrnehmung in Worte zu kleiden und in diesem Kontext hat das Schreiben für mich selbst ziemlich große Bedeutung, weil ich fühle sehr oft im Moment des Schreiben, dass ich mir die Zeit – zumindest öfters mal nehmen bzw geben kann um meine Wahrnehmungen auszudrücken und Gedanken auszuformulieren um die Welt aus meiner Sicht zu beschreiben und um das Eigene zu verknüpfen mit dem Außen über das Instrument der Sprache, wobei ich hier an Schönheit denke, Wörter als Ausdrucksform und Übersetzung zur Schönheit des persönlichen Erlebens  – das passt – egal, ob ich es von negativen oder vom positiven Gefühlen geleitet wird. Sich auszudrücken in Sprache um anderen Menschen zumindest die Möglichkeit zu geben, mich zu verstehen und andererseits auch ein Ausdruck des Eigenen um mich selber besser zu verstehen. Auch hier kommt dieses Innen und Außen wieder zurück und ich finde, dass zeichnet auch irgendwo Literatur aus, wenn vielleicht nicht das Sachbuch oder etwas Wissenschaftliches. Ich denke an das Subjektive das hier (meint das Wissenschaftliche) wie dort (meint das Literearische) Einzug hält, aber vielleicht in der Literatur mehr Raum hat. Die Literatur ist ein Raum – und ohne konkret zu wissen, wie dieser definiert ist (meint eine gemeinhin gültige Definition) – finde ich, dass es irgendwie ein Raum ist um Persönliches, subjektive Wahrnehmungen und Weltzusammenhänge zu beschreiben, um vielleicht etwas Inneres zu beschreiben – lacht – wie ich es vielleicht in dieser Assoziation und gerade im Moment selber mache und merke wie in mir Bilder auftauchen und ich mir sage, ja!, hier ist eine Faszination für das Leben, für zB neurale Konstrukte, für die Wechselwirkung des Innens und des Außens, für das “Inderweltseiens” . . . beeinflusst von dem aktuell gelesen Buch zur Resonanz, dieses spüren, vielleicht subsumiert unter dem Begriff Wahrnehmung und vielleicht auch im assoziativen Bereich in dem ich mich gerade befinde, vielleicht eine Brücke schließend hin zum anfänglichen Thema, nämlich Schreiben. Ähhmm, ja . . . und auch das darf sein und darf sein, dieser Moment der Ratlosigkeit, des Gedankenabreisens, des Fadenverlierens, des Auftauchens von Unsicherheiten, welcher vielleicht im Schreiben zuwenig Ausdruck findet. Vielleicht ist das Schreiben auch ein Ort, in dem man sich die eigene Realität nochmals – stringent – konstruiert und durch diese Konstruktion für sich selber Klarheit schafft und dadurch ins Außen gehen kann und damit eine gewisse Geltung erfährt, um dort vielleicht (denkt an irgendeine) Klarheit schaffen kann . . . oder auch Unklarheit. Das kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen, ähhhm auf jeden Fall, ähhmmm, auf jeden Fall, stocken, Füllwörter, bremsen, ist vielleicht etwas, dass im Geschriebenen – vielleicht die Peinlichkeit des Stockenden – des nicht sicheren Ausdrucks  – fällt im geschriebenen Ausdruck aus meiner Sicht etwas weg. Ich kann damit leben, um aufs höchstpersönliche Schreiben zu kommen, dass Gedanken im Außen vielleicht nicht unmittelbar verstanden werden, ähhmm und vielleicht doch Schönheit wahrgenommen wird, hmmm, ähmmm . . . jetzt dauert das schon lange. Ich versuche gerade zurück zu schauen auf das Gesagte und mir fällt ein, dass auch diese Rückschau auf das Gesagte wieder ein Motiv für das Schreiben ist, weil Erinnerungen und Gesprochenes verfliegen . Im Geschriebenen kann man ein bisschen die Zeit zurück drehen und man kann auch die Vergangenheit verändern, man kann etwas verbessern. Vielleicht sind das Motive die auch in mir schlummern, sicher sogar! Wenn ich da so überlege (fühlt Freude) und ja, es ist mir eine gewisse Stütze. Jetzt kommt wieder der Gedanke an Zukünftiges. Wie und ob ich dieses Memo mit der Welt teilen kann und überlege, wie die Form dafür sein wird? Und ob genau diese Inhalte, diese sichtbaren Inhalte, auch für jemanden anderen hilfreich sein könnten, dass es vielleicht ein Text sein könnte der Reflexionen anstößt. Das ist natürlich eine Hypothese – vom Eigenen auf das Fremde. Ähmm und ich nicht genau weiß, wie es etwas anstößt, aber ich es gut finde, dass es vielleicht etwas anstößt. Und vielleicht geht es da auch um etwas, um das zentrale Thema, dass man vielleicht gerne als Mensch sichtbar wird und sich vielleicht sichtbar fühlt. Vielleicht, in meinem Fall auch ein zentraler Beweggrund und Motiv für das Schreiben. Ähhmm, neben dem inneren und spontanen Interesse, die Welt sich zu erklären und zu strukturieren ist sicher auch diese Sichtbarkeit und dieser Sinn in diesem Schreiben verhaftet. (Atme intensiver durch und taucht ein) Und da merke ich vielleicht, denn dieser Blog ist ja – momentan – 5 bis 10 Leuten zugänglich und ich schaue gar nicht so, ob sich jemand dafür interessiert und ich will das auch (vielleicht noch) gar nicht monitoren. Es ist einfach das Wissen, dass es öffentlich und zugänglich ist und das man gehört werden kann wenn Interesse daher kommt. Das bestärkt mich schon im Tun und gibt mir Sinn genug. Auch wenn es auf der anderen Seite schön wäre mehr Öffentlichkeit zu haben – gepaart mit der Angst, vielleicht (lacht) einfach so (betont) naiv in das Thema schreiben zu gehen, ähhmmm um sich lächerlich zu machen (lacht). Das ist vielleicht auch da und vielleicht teile ich es deshalb nicht (lacht) ähhmmm, bamm auf die “Memos für mich selbst” (meint Beitrag im blog)  . . . “Über die beruhigende Wirkung und die stressende Wirkung des ähhmmm” . . .. . (Pause, setzt neu an) Damit ich dann wieder zum Thema zurück komme, das Schreiben, Wahrnehmung nach Außen, nach Innen, Ausdruck, Wörter, Sprache und ja, Sprache . . . ich glaube das habe ich früher schon gesagt, das man Sprache verwenden kann, immer feiner verwenden kann, ich glaube auch das – und ich glaube daher ist das Datum (12.10.2019) für diesen Beitrag sehr wichtig – Sprache und die feine, nuancierte Verwendung von Sprache etwas ganz literarisches ist. Den Kontext (meint den eigenen Bezug zum Schreiben) zu verstehen, da bin ich auch wehmütig (seufzt, lacht) oder vielleicht auch glücklich, dass ich so schlecht bin in den Regeln des Schreibens oder auch wieder glücklich, denn so kann ich da wirklich meinen eigenen (meint irgendwie unbeinflussten) Ausdruck finden und das passt (lacht während des Sprechens) gut zusammen, dass es mir nicht so wichtig ist, wie groß die Leserschaft ist, sondern vielleicht vielmehr auch wie neugierig und bewusst und (Pause) . . . ja das ist eine Sehnsucht, weil ich selber dankbar bin für die Momente, wo ich sehnsüchtig, neugierig und voll Tatendrang bin und (lacht herzhaft) ich mir so lange gewünscht hätte, es würde von Außen angestoßen werden und immer mehr (lacht weiter) darauf zurück komme, das die Neugier im Inneren ist und auch vom Inneren nicht herbeigeführt werden kann (lacht noch inniger) und vielleicht noch viel weniger als vom Äußeren. (denkt, lacht erleichtert) und das Äußere kann zumindest  – wie aktuell (meint: im Moment) – die Hormone ein bisschen überlisten, die Neurotransmitter etwas beeinflussen, ein bisschen Sport und Bewegung machen um ins Denken zu kommen . . . um ins Fühlen zu kommen. Ach, schon ins Denken, beim Gehen, ins Denken . . . einfach beides, es kommt ja von den gleichen Seiten. (Schnaufen) Schnaufen, ähhmmm genau, merken verzettelt zu sein, ähhmmm (lacht), nochmal . . . Originalressource fällt mir gerade ein, ich will dieses Memo der Transkription beilegen oder mich vielleicht sogar in einer Transkription üben, ähhmm, ja, weil ich das noch nie gemacht habe, wäre eine neue Art der schriftlichen Ausdrucksform und das passt auch gut zum Neugierigen (Bricht einen Ast am Weg und nimmt das Geräusch wahr und spricht es in sein Aufnahmegerät und wirft den Ast nach links und schließt die Klammer) und geht weiter, merkt dass er nun bald an das Ende dieses Aufwärts kommt, freut sich, das er so einen guten Dialog, Monolog, Assoziation hatte und weiß, dass er nun zu einem Ende kommen will. Ich weiß, dass ich nun zu einem Ende kommen will, ähmmm, warum eigentlich? Einerseits weil es ein Meilenstein auf diesem, mir schon bekannten Weg ist, ich wieder etwas Schönes erlebt habe auf dem (steilen) beschwerlichen Teil, was gut ist, mich 21 Minuten (meint die Zeit der Aufnahme) mit Gefühl auf das Thema Schreiben eingelassen habe und weiß, dass es gut ist, dies für einen neuen Beitrag zu haben, vor allem für einen Beitrag, der wieder einmal mehr Text beinhaltet und ich beende hier und an dieser Stelle und mit den letzten Schritten vor diesem Weg und auch auf diesem Weg. Und es ist das “Warum” des Schreibens zwar nicht erklärt, aber das Geschriebene (Pause) und die Feinfühligkeit, wie man mit Worten umgehen kann und die Feinfühligkeit, damit zu spielen, ist für mich von einem ganz besonderen Zauber und von einem ganz besonderem Interesse, weil neben all den Resonanzräumen und Gefühlen, die zwischen den Menschen sind, dann doch auch (betont) die Sprache und das Geschriebene und das Festgehaltene irgendetwas ist, dass zum Verständnis – zum Wechselseitigen – beiträgt (seufzt) und ich glaube jetzt finde ich einen guten Punkt und Schluss mit dem ich auch sehr gut schließen kann. (denkt, nämlich), dass Sprache verbindet, Gemeinsamkeiten hervorstreichen kann und Augen öffnen kann und etwas Warmes, positives zur Welt beitragen kann, wie es auch die komplette Kehrseite dessen gibt auf die ich aber hier nicht ein gehen will, denn es geht darum, warum ich schreibe. Es geht mir um die positiven Aspekte wenn ich Sprache verwende, warum ich es schön finde, Sprache zu verwenden und warum ich mich heute – 14.10.2019 – damit beschäftige und mich in letzter Zeit mit dem Thema befasse und mich intensiver dem Thema Schreiben und Sprache widmen werde. Punkt.

 

Schlussbemerkungen: Ich wollte mich selbst in einer (halbwegs) freien Assoziation zum Thema Schreiben ausprobieren und ahnte nicht, dass doch einiges auftauchen wird. Die Veröffentlichung ist für mich eine Überwindung, denn es ist mir eigentlich zu persönlich. Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen und finde – auch wenn die Transkription nicht sehr sorgfältig ist – dass die Assoziation ein gutes Beispiel abgibt. Die Verschriftlichung des Gesprochenen war für mich sehr hilfreich und Teil des Bewusstwerdungsprozesses. Es hilft mir nachträglich auf den Text zu schauen, es half mir einige Passagen fett zu machen und insgesamt meine Überlegungen anzustellen.  Ich empfand den Prozess als eine gute Möglichkeit um mich selber wieder ein Stück weit besser kennen zu lernen. Somit darf ich zum mutigen Ausprobieren aufrufen. Spazieren gehen, vor sich hin plaudern, aufnehmen, schaun was kommt, abschreiben oder wieder hören und darüber nachdenken . . .